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Schwarze Kunst
im 21. Jahrhundert

 

Drucken wider den Lauf der Zeit

 

Was
Pressendrucker und Buchkünstler
eigentlich tun.

 

 

 

In Pressendruck und Buchkunst fließt sehr viel zusammen. Es können ganz unterschiedliche Arbeitstechniken zum Einsatz kommen und dem Schaffen können sehr verschiedene Arbeitsansätze zugrunde liegen. Das kann vom klassischen Buchdruck bis hin zu Collagetechniken und Digitaldruck und natürlich auch Mischungen daraus reichen.

Künstlerbücher sind nicht zwingend gedruckt, geschweige denn müssen sie unbedingt wie ein klassisches Buch aussehen. Zur Buchkunst gehören auch originalgraphische Blätter, die flach im Rahmen an der Wand hängen. Werke der Buchkunst müssen nicht zwingend Werke auf Papier sein - es gibt beispielsweise auch solche aus Nudelteig - und es muss auch nicht immer etwas darin zu lesen geben. Hier spannt sich der Bogen vom traditionellen Buch über die Mappe bis hin zum reinen Objekt.

 

 

“Friend, you stand on sacred ground, this is a printing office!”

Formuliert hat dies Beatrice Ward, eine Typographin aus den USA. Für sie war die Druckerei der Ort, an dem sich Kulturen begegnen, ein Zufluchtsort für alle Künste, der ihnen Schutz und Freiraum vor den Umwälzungen des Zeitgeschehens gewährt.

 

Eines der bekanntesten Werke für diesen Aspekt der Druckkünste ist sicherlich “Die Klage des Friedens” von Erasmus von Rotterdam - ihm wird ja nachgesagt, er habe in den Druckereien selbst mit Hand angelegt - es ist das leidenschaftliche Bekenntnis zum Frieden in Europa und wurde gedruckt in Zeiten, als Europa von Kriegen geschüttelt wurde - im frühen 16. Jahrhundert.

Welche Form ein Werk der Buchkunst letztlich annimmt, hängt ab vom gedanklichen Ansatz, den der jeweilige Künstler verfolgt. Dadurch wird es zwar schwieriger, den Bereich der Buchkunst klar zu definieren. Es macht gerade diese künstlerische Disziplin aber umso spannender, reizvoller und interessanter - nicht nur für den Küsntler, sondern gerade auch für den Betrachter.

 

 

 

 

“Original nennen wir in der Kunst eine Eigenschaft: sie bezeichnet die Echtheit eines Werks - ein Künstler hat es eigenhändig von der Idee bis zur fertigen Realisierung geschaffen, es entstammt also (lat. origo = Ursprung, Herkunft) nur ihm; es ist nicht Kopie, nicht Plagiat, kann aber sehr wohl Replik, d. h. eigenhändige Wiederholung sein. Nicht das Einzigartige, nicht die Zahl, sondern die Authentizität entscheidet.”

aus: Walter Koschatzky “Die Kunst der Graphik - Technik, Geschichte, Meisterwerke” 1983. dtv München.

 

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